Rezensionen

Die Werke der Künstlerin Larissa Scheermann wiedergeben nicht die uns umgebende Realität. Sie sind auch keine Illustration zu einer historischen, literarischen oder allgemeiner Idee. Sie tragen auch keine situativen Konzepte in sich, die außerhalb der eigentlichen Kunst liegen würden. Jede Arbeit entsteht am Schnittpunkt der emotionaler und der geistiger Welt bei höchster innerlicher Spannung, man könnte sagen bei einer interner Verbrennung des Künstlers. Die Malerei der Larissa Scheermann richtet sich an die sinnliche unterbewusste Substanz und setzt einen persönlichen, sehr intimen Kontakt mit dem Zuschauer voraus.

  Nikolaj Estis, Künstler, Moskau

 

Die Farben sind gedeckt, grau dominiert. Richtig bunte Farben gibt es nicht. Dafür umso mehr Intensität. Immer wieder tauchen in ihren Bilder Themen auf, wie historische Ereignisse und Plätze der Entstehung der menschlichen Geschichte. Klingt der philosophische Hintergrund der Bilder sehr theoretisch, so sind die Bilder umso packender. Die Strukturen werden immer und immer wieder übereinandergelegt, so dass der Begriff Hintergründigkeit plötzlich ganz wörtlich zu nehmen ist. Oft sehen die Formen wie Abbruchstücke, in denen wiederum neues Leben entsteht. So bindet Larissa Scheermann Einzelszenen in die Bilder ein, die sie nur von ihrem geistigen Auge gesehen hat. So stellt sie die Verbindung von der Vergangenheit zur Gegenwart her.

Ernst Brennecke, Kulturredakteur, Hamburg

 

Die Bilder von Larissa Scheermann sind aus einem Geist geschaffen und doch unterschiedlich in der Form, ja geradezu individuell, als wären sie Lebewesen und gewissermaßen sind sie es auch, denn sie sind entstanden in einem Zustand höchster Intensität, höchster Lebendigkeit und so vermögen sie auch zu uns zu sprechen, als Ausdruck eines allgemeingültigen Empfindens, obwohl sie abstrakt sind oder vielleicht gerade deswegen… Ich würde ihre Arbeiten als „seelische Landschaften“ bezeichnen.

Reiner Gringmuth, Hamburg

 

Einzigartige Welten, die Larissa Scheermann erschafft, verblüffen durch ihre Plastizität und außergewöhnliche, dichte Atmosphäre. Diese Bilder sind voller magischer Kraft und Mystik. Die Ewigkeit tut sich auf und Erinnerungen- unsere oder fremde? – fließen, spiegeln sich im Wasser der Seele. Und dann sprießen sie auf die Leinwand: pure Poesie aus Farben, Flecken und Linien…Diese Welten sind real, sind ganz nah. Das erfüllt, begeistert und beseelt den Zuschauer. Für mich ist jedes Bild – ein greifbarer Kontakt mit einer anderen unglaublichen Realität, jenseits unserer Welt. Durch die unendlichen Labyrinthe, wo sich die Ewigkeit mit der Erinnerung verbinden, wandern ihre „Splitter der Zeit“. Die Magie umgibt den Betrachter und aus den Tiefen der Epochen und der Dimensionen nehmen wir den Ruf des Vergangenen und des Vergessenen wahr.

Gulbachram Saitova, Journalistin, Kazachstan

 

Eine besondere Stimmung strahlen die Kohlezeicnungen von Larissa Scheermann aus. Durch die Farbreduktion erschwert die Künstlerin ihre eigene Aufgabe: mit spärlichen, ja kargen Mitteln der Grafik das Reichtum der Empfindungen, die ganze Bandbreite der Gefühle wiederzugeben. Die Sprache der Grafik ist asketischer und auf einer anderen emotionaler Ebene erreicht die Künstlerin ihre Zuschauer – umso intensiver und nachhaltiger ist der Eindruck. Obgleich den Landschaftszeichnungen und Stadtansichten Reiseeindrücke und Erinnerungen zugrunde liegen, verschmilzt in ihnen das Erlebte und Erdachte, die Vergangenheit schließt sich nahtlos an die Zukunft an.

Ljudmila De Vitt, Philologin

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